Erfahrungsbericht: Xiaomi MiBand

Die Welt der Fitnesstracker dreht sich immer weiter. Dabei kommt beinah jede Woche ein neuer auf den Markt und wird mit Superlativen beworben, um dem Konsumenten einen dreistelligen Euro-Betrag aus der Tasche zu ziehen. Doch muss ein Fitnesstracker mehr als 100€ kosten? Laut dem chinesischen Hersteller Xiaomi ist dem nicht so. Mit dem Xiaomi MiBand wurde eine Fitnesstracker für gerade einmal ~15€ auf den Markt gebracht. Es stellt sich jedoch die Frage: Was kann der Tracker? In den nächsten Zeilen möchte ich dieser Frage auf den Grund gehen.

Xiaomi MiBand
Xiaomi MiBand

Bestellung

Da das MiBand so gut wie gar nicht im deutschen Einzelhandel zu bekommen ist, muss man das Produkt über das Internet bestellen. Dabei kann man entweder direkt bei einem chinesischen oder bei einem deutschen Online-Shop bestellen. Vorteil der deutschen Online-Shops ist die Zeit zwischen Bestellung und Lieferung, jedoch muss man dann etwa 10€ mehr (also ~25€) für das MiBand bezahlen. Hat man hingegen 4 bis 6 Wochen Zeit, so kann man auch bei einem chinesischen Online-Shop bestellen. Dann kostet das MiBand ~15€ inkl. Versand und man muss keinerlei Zollgebühren entrichten.

Hardware und App

In der Lieferung enthalten ist neben einem USB-Ladekabel, dem Armband in Schwarz, dem Tracker in silber, noch eine Kurzanleitung. Letztere kann man jedoch direkt in die Tonne werfen, denn egal wo man bestellt hat, die Kurzanleitung ist immer auf Chinesisch!
Was macht man also? Man probiert rum, denn kaputt machen kann man nichts und selbst wenn was kaputt gehen sollte, hat man gerade mal 15€ bis 25€ in den Sand gesetzt. Also lädt man das MiBand erst einmal auf, indem man den silbernen Tracker in das USB-Ladekabel steckt und nach ungefähr einer Stunde ist der Akku des Trackers dann voll geladen. Anschließend fummelt man den Tracker in das Armband und lädt die offizielle App namens MiFit aus dem Google Play Store oder dem Apple AppStore herunter. Für Windows Phone gibt es keine offizielle App, jedoch ein paar Drittanbieter-Apps.
Die MiFit App ist klar strukturiert aufgebaut und jede Funktion ist schnell erreicht. Des Weiteren habe ich keinerlei Übersetzungsfehler entdeckt, was mich ein wenig gewundert hat (da ja die Kurzanleitung nicht übersetzt wurde).



Das Armband am Handgelenk

Zuerst möchte ich darauf hinweisen, dass ich in meinem Test auf Dinge eingehe, die für die Mehrheit wahrscheinlich irrelevant sein werden. Grund hierfür ich mein Job, bei dem ich durch den Schichtdienst einen unterschiedlichen Tag- und Nacht-Rhytmus habe. Daher war mir in meinem Test sehr wichtig, dass mein Schlaf vernünftig getrackt wird und das mich das MiBand bei meiner Arbeit, im Alltag und bein schlafen nicht stört.
Aber erst einmal zurück auf Anfang. Da ich nicht gewöhnt war ein Armband 24/7 am Arm zu tragen, waren die ersten Tage etwas durchwachsen. Mal störte mich das MiBand, mal nicht. Da das MiBand nicht wasserdicht (Spritzwasser geschützt) ist, habe ich es nur zum duschen oder baden abgenommen und so habe ich mich wahrscheinlich mit der Zeit daran gewöhnt ein Armband zu tragen. Stand heute stört es mich gar nicht mehr.

Der Test

Mit der App werde ich jedoch bis heute nicht warm. Der Aufbau ist zwar durchaus gelungen, aber wozu muss man diese kurzen Nachrichten in der unteren Hälfte des Bildschirms anzeigen? Diese sind aus meiner Sicht über flüssig, denn die selben Informationen findet man auch in den Detailansichten des Tages oder der Nacht. Des Weiteren verstehe ich auch nicht die Update-Politik von Xiaomi. In einer alten Version klappt die Synchronisation mit Google Fit, mit den darauf folgenden wieder nicht. Was mich nun zu meinem größten Kritikpunkt bringt: das Schlaf-Tracking. Wenn ich zwischen 22 Uhr und 6 Uhr schlafen gehe, klappt das Tracking ohne Probleme. Da ich aber nach einer Nachtschicht erst gegen 7 Uhr schlafen gehe, trackt das MiBand nichts! Nach einer Recherche per Google war das aber in einer alten Version der App inkl. alter Firmware noch möglich. Da Frage ich mich dann: warum wurde die Funktion heraus genommen? Ich habe dann natürlich die alte MiFit App getestet, aber ohne Besserung. Wahrscheinlich liegt dies an der Firmware meines MiBand, die ich leider nicht downgraden kann. Schlussendlich muss ich nun wohl mit dem fehlenden Schlaf-Tracking nach einer Nachtschicht leben.

Der Dauerläufer unter den Trackern

Die ersten Aufladung ist nun gute 4 Wochen her und was soll ich sagen? Der Akku zeigt mir noch 46% an. Nach meinen Hochrechnungen sollte ich also ca. 8 bis 10 Wochen mit einer Akkuladung durchkommen! Dazu kommt mir nur ein Wort in den Sinn: Genial!

Mein Fazit zum Xiaomi MiBand

Was soll ich großartig schreiben? Das MiBand kann ich guten Gewissens weiter empfehlen. Mein größter Kritikpunkt wird die meisten gar nicht interessieren, denn dieser wird nur Schichtdienstler oder Partypeople betreffen. Wenn man also zwischen 22 Uhr bis 6 Uhr schlafen geht, hat man keine Probleme.
Einzig der Feature Umfang des MiBand mit MiFit App kann man nicht mit einem FitBit oder Jawbone Up vergleichen. Denn das MiBand trackt nur die Schritte und den Schlaf, wohin gegen ein FitBit oder Jawbone Up ggf. noch die Herzfrequenz oder ähnliches trackt. Somit muss jeder selber entscheiden, wofür er wieviel Geld ausgeben möchte. Jedoch kommt kein anderer Fitness-Tracker in Sachen Preis-Leistungs-Faktor an das Xiaomi MiBand heran.

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